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malloryso heißt der neue film von lasse hallström (dem regisseur von „chocolat“), der uns in die farbenprächtige welt des kochens entführt.
vielleicht fragt ihr euch, wieso ich plötzlich über einen film schreibe. das kommt daher, dass ich zur wiener filmpremiere eingeladen war und mir der streifen so gut gefallen hat, dass ich gerade begonnen habe, dass buch dazu in der originalfassung („the hundred foot journey“ von richard morais) zu lesen (auf deutsch: „madame mallory und der kleine indische küchenchef“).

hier eine kleine leseprobe aus dem roman, in welcher hassan seinen indischen vater beschreibt:

ZITAT:
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ber ein kultivierter Mann war er nicht. Papa aß wie alle muslimischen Männer mit den Händen, mit der rechten Hand, um genau zu sein, während die linke im Schoß ruhte. Doch statt manierlich mit den Fingern das Essen zum Mund zu führen, beugte sich Papa tief über den Teller und schaufelte gierig fettes Lammfleisch und Reis in sich hinein, als wäre es seine erste Mahlzeit seit langem. Während er aß, geriet er heftig ins Schwitzen, und unter seinen Achseln breiteten sich tellergroße Schweißflecken aus. Und wenn er schließlich das Gesicht wieder hob, hatten seine Augen den glasigen Ausdruck eines Betrunkenen und Kinn und Wangen glänzten orange vor Fett.
Ich liebte ihn zwar sehr, doch kann ich nicht verhehlen, welch abschreckenden Anblick er in solchen Momenten bot. Nach dem Abendessen watschelte Papa zum Sofa und ließ sich schwer daraufplumpsen. Dann fächerte er sich eine halbe Stunde lang Luft zu, während er alle Anwesenden daran teilhaben ließ, wie er sich mit ausgiebigem Rülpsen und Furzen Erleichterung verschaffte. Meine Mutter, die aus einer geachteten Beamtenfamilie aus Delhi stammt, schloss angesichts dieses Verdauungsrituals angewidert die Augen. >

im film verlässt die familie kadam indien und siedelt sich einem kleinen dorf im süden frankreichs gegenüber des exklusiven französischen restaurants „le saule pleureur“ an. die inhaberin dieses michelin-stern ausgezeichneten luxus-tempels (wundervoll helen mirren in dieser rolle) ist natürlich nicht begeistert, dass sie nun nachbarin einer lauten, indischen großfamilie ist, die zu allem übel ein indisches restaurant eröffnen will. das führt zu einem handfesten, sehr amüsanten kleinkrieg zwischen diesen nachbarn, der erst beigelegt wird, als sich hassan, der sohn der indischen familie für die französische haute cuisine zu interessieren beginnt. daran ist nicht zuletzt die bezaubernde, junge sous-chefin (charlotte le bon) von madame mallory, marguerite, ganz unbeteiligt (wir können uns denken warum).

ein fabelhafter, liebevoll gemachter film mit wunderbaren bildern, und szenen bei denen man die vielfältigen aromen zu schmecken vermeint. danach bekommt man sofort lust auf kochen oder zumindest essen gehen!
wer gleich loslegen möchte kann sich hier das rezept aus dem film für Tandoori Chicken Wings downloaden!
und für alle anderen: unbedingt ins kino gehen!!

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